Die Gewöhnliche Filzbiene liebt die Sonne und führt ein sehr entspanntes Leben. Sie sammelt nur Nektar für die eigene Versorgung und überlässt den Nachwuchs anderen Wildbienen. Noch ist sie verbreitet, doch auch ihr Lebensraum schwindet. Die Gewöhnliche Filzbiene ist die Wildbiene des Monats Januar 2023.
Die Gewöhnliche Filzbiene (Epeolus variegatus) fühlt sich in Sand-, Kies- und Lehmgruben besonders wohl, doch auch in Steinbrüchen und Gärten mit entsprechenden Sandflächen findet man die maximal acht Millimeter große Wildbiene. Noch ist sie relativ verbreitet in Deutschland und auch in ganz Europa. Hierzulande stellt sie sogar die am weitesten verbreitete Art aus der Gruppe der Filzbienen dar. Doch die trockenwarmen Sandgebiete, die die Gewöhnliche Filzbiene zum Leben braucht, schwinden. Der Grund dafür liegt in der industriellen Landwirtschaft und der zunehmend engeren Bebauung in Städten sowie in Form von Siedlungen und Verkehrswegen. Damit geht auch die Vielfalt der heimischen Blütenpflanzen verloren.
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Wildbiene des Monats Januar 2023: Lebensraum schwindet
Doch genau diese brauchen Wildbienen. Die Gewöhnliche Filzbiene ist bei der Nahrungssuche nicht stark spezialisiert und so findet sie noch an vielen Orten ihre bevorzugten Korbblütler als Nektarquellen. Denn sie sucht ausschließlich diesen zur eigenen Versorgung. Sie findet ihr mit Vorliebe am Rainfarn, der Wiesen-Schafgarbe und Färber-Kamille. Aber auch Berg-Sandglöckchen und Wiesen-Witwenblumen besucht sie gern.
Pollen sammelt sie keinen, denn die Aufzucht ihres Nachwuchses überlässt sie anderen Wildbienenarten wie der Buckel-Seidenbiene, Filzbindige Seidenbiene, Rainfarn-Seidenbiene oder auch der seltene Strandaster-Seidenbiene. Als sogenannte Kuckucksbiene legt sie diesen Wirtsbienen ihre Eier mit in die Nester und überlässt es den anderen sie zu versorgen. Die Gewöhnliche Filzbiene ist dabei in einer Generation hauptsächlich in den Sommermonaten Juni bis August zu beobachten.
Gewöhnliche Filzbiene: Farbenpracht durch Kontraste
Besonders macht die Gewöhnliche Filzbiene ihr farbenprächtiges Aussehen. Unter anderem deshalb haben die Initiative „Deutschland summt!“ und die dahinter stehende Stiftung Mensch & Umwelt sie zur Wildbiene des Monats Januar 2023 ernannt und stellen sie näher vor. Dabei ist es wohl auch die dunkle Körperfarbe im Kontrast zu anderen Körperstellen, die sie so farbenprächtig wirken lässt: Denn sie hat weißen Filzflecke, rote Beine und Flügelansätze. Die Weibchen blicken durch backsteinrote Augen, die Männchen durch dunkelgelbe. Neben ihrer bunten Gestalt fällt die Gewöhnliche Filzbiene auch durch ihren Buckel auf. Sie ist nah nach Angaben von „Deutschland summt!“verwandt mit anderen Kuckucksbienen wie den Wespen-, Trauer- und Kraftbienen.
„Deutschland summt!“ hat eigene Fakten „Wildbiene des Monats Januar 2023“ zusammengestellt:
- Name: Gewöhnliche Filzbiene (Epeolus variegatus, LINNAEUS, 1758)
- Flugzeit: Juni – August
- Nahrung und Lebensraum: braucht nur Nektarquellen, vor allem Korbblütler; entsprechend ihrer Wirte in trockenwarmen Sandgebieten anzutreffen
- Nistweise: baut keine eigenen Nester
- Wirtsbiene: Buckel-Seidenbiene (Colletes daviesanus, SMITH 1846), Filzbindige Seidenbiene (Colletes fodiens, GEOFFROY 1785), Rainfarn-Seidenbiene (Colletes similis, SCHENCK 1853), Strandaster-Seidenbiene (Colletes halophilus, VERHOEFF 1943)
- Gefährdung: weitverbreitet und mäßig häufig
- Besonderheiten: farbenprächtige Kuckucksbiene
Um der Gewöhnlichen Filzbiene, ihren Wirten und auch anderen Wildbienen etwas Gutes zu tun, kann jeder im eigenen Garten mit dem Pflanzen von heimischen Wildpflanzen unterstützen sowie mit dem Anlegen bienenfreundlicher Strukturen. Tipps dazu finden Sie unter wir-tun-was-fuer-bienen.de und deutschland-summt.de.
jtw
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