Die Gelbbeinige Kielsandbiene ist weder besonders wählerisch bei der Nahrungsauswahl, noch ist sie auf nur wenige Lebensräume spezialisiert. Dennoch ist sie in einzelnen Bundesländern auf der Vorwarnliste. So kann jeder die Wildbiene des Monats April 2025 schützen.
Auf auf Streuobstwiesen und Hochwasserdämmen, in alten Weinbergbrachen, auf Feldfluren, an Ruderalstellen und an Waldrändern findet die Gelbbeinige Kielsandbiene (Andrena chrysosceles) geeigneten Lebensraum. Teilweise ist sie auch in Gärten und Parks unserer Städte zu entdecken. Doch dieser Lebensraum wird immer mehr eingeschränkt und so findet die nur zehn Millimeter große Wildbiene auch weniger Orte, wo sie nisten kann. Bislang ist sie noch überall in Deutschland verbreitet und sie gilt noch als ungefährdet. Doch in Berlin und Brandenburg wird sie auf der Vorwarnliste geführt.
Um über die Gelbbeinige Kielsandbiene zu informieren, haben die Initiative „Deutschland summt!“ und die dahinterstehende Stiftung für Mensch und Umwelt sie zur Wildbiene des Monats April 2025 ernannt. Zusammen klären sie darüber auf, wie man die Gelbbeinige Kielsandbiene und auch andere Wildbienen schützen kann.
So lebt die Gelbbeinige Kielsandbiene
Da der Großteil der Wildbienen – wie auch die Gelbbeinige Kielsandbiene – im Boden nisten, ist es förderlich, wenn man sonnige, offene Bodenstellen mit sandiger Erde freilässt und auch kleine Böschungen mit spärlicher Vegetation schafft. Hilfreich ist außerdem das Pflanzen heimischer früh blühende Arten wie Wiesen-Kerbel, Schlehe, Sal-Weide oder Acker-Senf, damit im April und Mai ausreichend Pollen vorhanden ist. „Verzichten Sie auf Pestizide, mähen Sie nicht zu oft, und lassen Sie Wildblumen stehen“, rät „Deutschland summt!“. Weitere Tipps, wie jeder bienenfreundliche Strukturen schaffen und erhalten kann, gibt es unter wir-tun-was-fuer-bienen.de und deutschland-summt.de.

Die Gelbbeinige Kielsandbiene ist ab jetzt aktiv bzw. nimmt das Weibchen meist im April den Flugbetrieb auf. Dann ist sie unterwegs, um Nester anzulegen und Pollen für den Nachwuchs zu sammeln. Nester baut das Weibchen häufig an schütter bewachsenen Stellen, z. B. an Böschungen oder Feldrainen, wobei es keine besonderen Ansprüche an die Bodenart stellt. Beim Sammeln der Nahrung für sich selbst und den Nachwuchs nutzt sie eine vielfältige Nahrungspalette: Sie besucht die Blüten von zehn Pflanzen-familien, darunter Doldenblütler wie Wiesen-Kerbel (Anthriscus sylvestris) und Giersch (Aegopodium poda-graria) sowie Kreuzblütler wie Raps (Brassica napus) und Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis). Auch Rosengewächse wie Zweigriffliger Weißdorn (Crataegus laevigata) werden gern genutzt.
Zu erkennen ist die Gelbbeinige Kielsandbiene an ihrem breiten Kopf und den für Sandbienen typischen Haarbüscheln am Bein. Charakteristisch für sie ist – wie es der Name schon andeutet – die gelbe/orangene bzw. goldene Färbung der unteren Beinabschnitte, die unter dem weißen Haarschmuck auffällt.
Gelbbeinige Kieselsandbiene: Fakten im Überblick
„Deutschland summt!“ hat noch einige Details zur Wildbiene des Monats April 2025 zusammengestellt:
- Name: Gelbbeinige Kielsandbiene (Andrena chrysosceles KIRBY, 1802)
- Flugzeit: April bis Juni
- Lebensraum: trockene Fettwiesen / Streuobstwiesen / Hochwasserdämme / alte Weinbergbrachen / Feldfluren / Ruderalstellen / Waldränder / regelmäßig auch in Gärten und Parks
- Nahrung: unspezialisiert (polylektisch)
- Nistweise: nistet in selbstgegrabenen Hohlräumen in der Erde
- Kuckucksbiene: Rotschwarze Wespenbiene (Nomada fabriciana LINNAEUS, 1767)
- Gefährdung: gilt in Deutschland als ungefährdet, in Berlin und Brandenburg auf der Vorwarnliste
- Besonderheiten: goldene bzw. orangene Färbung der unteren Beinsegmente
Dominik Jentzsch, Stiftung für Mensch und Umwelt, jtw

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